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Über Jean Beck

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1. Einleitung

 

Keramiker, Maler, Kunstgewerbler, Glasgestalter, Entwerfer - Jean Beck war ein vielseitiger Künstler und Vermarkter. Er hat die Wertschätzung von Wissenschaftlern, Museumsleuten und Sammlern gefunden, denn es gelang ihm, wie nur wenigen in seiner Zeit, Funktion und Form in Einklang zu bringen. Dennoch liegt noch keine umfassende monografische Analyse vor.(1)

Dabei gehört Jean Beck zu denjenigen, die Pioniergeist im Bereich der seriellen Gestaltung zeigten – paradoxerweise zum Entsetzen der Zeitgenossen, die der Prämisse des Deutschen Werkbundes folgten und sich als Künstler in der Industrie verstanden.

Ob er sich ab einem gewissen Zeitpunkt gänzlich der Glasgestaltung gewidmet hat, konnte hier nicht definitiv festgestellt werden. Aus seinen Publikationen und seiner Werkpräsenz auf der Leipziger Messe lässt sich ein solcher Bruch nicht ableiten.

Die zeitgenössische Literatur bezeichnet Jean Becks Glas- und Keramikarbeiten als „formschön“ und „stilgerechte Zimmerdekoration“. Diese Urteile werden der Beck’schen Gestaltung nicht gerecht, denn er entfaltete für seine Zeit, ungewöhnlich modern, einen sachlichen Stil, der formal und inhaltlich den Gestaltungsideen des Deutschen Werkbundes entsprach. Durch die eleganten Proportionen und zurückhaltenden Dekore erzielten seine Produkte eine Wirkung, die Beck zu einem der führenden deutschen Glasgestalter der Moderne werden ließen.

Beck konnte sich als Kunstgewerbler erfolgreich etablieren, weil er sich geschickt auf die Nachfrage des Marktes einstellte. Er entwickelte einen geeigneten Formenkanon, den er sowohl im Glas als auch in der Keramik anwenden konnte. Überliefert sind identische Formen bei den Kugelvasen, facettierten Vasen und diversen Dosen. Auf den wechselseitigen Einfluss seiner keramischen Arbeit auf die Glasgestaltung und umgekehrt der Zier- und Gebrauchsgläser auf die Keramik verwies schon Buddensieg.(2) Darüber hinaus erlangte Beck durch ein wohl überlegtes Farbenspektrum noch eine zusätzliche Auffächerung seiner Produktpalette ohne allzu großen Aufwand. Becks unternehmerische Haltung, aus wenig mehr zu machen, tritt hier ganz unmissverständlich zu Tage.

 

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Abb. 1. Jean Beck, Kugelvase in Keramik und Glas, nach 1920 

 

Text von Xenia Riemann

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Ein ganz herzliches Dankeschön an unsere wissenschaftliche Beraterin und Autorin Dr. Riemann

Dr. Xenia Riemann ist Kunsthistorikerin. Nach ihrer Tätigkeit am Glasmuseum Hentrich in Düsseldorf arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Neuen Sammlung München - The International Design Museum Munich.

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