Diese Website ist der Online-Katalog zur Jean-Beck-Ausstellung im Glasmuseum Frauenau

Glasmuseum Frauenau Außenansicht
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Die Ausstellung "JEAN BECK. Ein Entwerfer des Jugendstils und Art Deco für die Glashütten des Bayerischen Waldes" findet vom 19. Juni bis zum 7. November im Glasmuseum Frauenau statt.
Das Glasmuseum Frauenau ist täglich geöffnet; und zwar Montag bis Freitag: 9.00 - 17.00Uhr Samstag, Sonntag und Feiertag: 10.00 - 16.00Uhr [mehr Infos unten links]
Gezeigt werden Gläser aus verschiedenen Privatsammlungen und aus dem Passauer Glasmuseum. Die Ausstellung soll einen Einblick in die große Zahl und Vielfalt der von Jean Beck entworfenen Gläsern vermitteln, die er in den Hütten des Bayerischen Waldes produzieren ließ. Die Ausstellung erhebt nicht den Anspruch einer „Vollständigkeit“.
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Einige Bemerkungen zu der Ausstellung.
„Es ist ein altes Märchen, dass der echte Künstler von wirtschaftlichen Dingen nichts verstehe. Richtig ist vielleicht nur soviel, dass er sich – sehr zu seinem und unserer aller Nachteil – nur ganz selten mit ihnen befasst, dass er nur in Ausnahmefällen versucht, seine Arbeit unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten. ….. Künstler und Wirtschaftspraktiker – diese seltene Synthese in sich herzustellen und nach außen hin über das persönliche Interesse hinaus fruchtbar zu machen, hierin beruht Jean Becks Bedeutung.“
Knapper und präziser als in diesem in der Schaulade 1932 anlässlich seines 70.Geburtstages erschienenen Artikels lässt sich die Persönlichkeit Jean Beck kaum beschreiben: Einerseits der Künstler, der Gestalter, der mit seinen klaren Formen seiner Zeit oft voraus war, andererseits der umstrittene Produzent und Geschäftsmann.
Seine künstlerischen und wirtschaftlichen Erfolge erreichte Jean Beck ohne Kontakt zu den wichtigen Künstlern der Reformbewegung wie z.B. Bruno Mauder und Richard Riemerschmid; er wurde von diesen sogar heftig als Werkszeichner und Händler angegriffen. Er war aber auch kein “Industriedesigner“ im heutigen Sinne; eine Massenherstellung konnten die mit der Produktion seiner Gläser beauftragten Glashütten nicht leisten. Aber er ließ in höheren Auflagen preiswerte, auch für den „Normalbürger“ erschwingliche Gläser produzieren, Gebrauchsglas. Diese hohen Auflagen wirken bis heute nach: Die meisten Jean Beck-Gläser kann man deshalb noch immer günstig im Antikhandel erwerben.
Vielen Jean Beck-Gläsern sieht man die Spuren eines langen Gebrauchs an, auch den Gläsern in unserer Sammlung. Natürlich bemüht sich jeder Sammler um perfekte Stücke, auch wir, jedoch steht dieser Gedanke bei uns nicht im Mittelpunkt. Wir haben den Aufbau unserer Sammlung auch nie nach ökonomischen Gesichtspunkten, also unter dem Aspekt eines eventuellen Wiederverkaufswertes, betrieben: Wenn uns ein Glas gefiel, wenn es zu den anderen Gläsern passte, wurde es erworben. Einige Gläser jedoch mit speziellen Dekoren, wie z.B. Jean Becks zahlreiche patriotische Gläser aus der Zeit des 1. Weltkrieges, wird man bei uns nicht finden. Auch deshalb erhebt unsere Sammlung nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.
Einen Gesamtüberblick über das Werk Jean Becks kann und will diese kleine Ausstellung nicht geben, dazu müsste unbedingt eine Auswahl aus seiner umfangreichen Keramikproduktion gezeigt werden. Wir haben uns im Glasmuseum Frauenau auf die Präsentation von Gläsern beschränkt.
Wir bedanken uns herzlich bei unseren Leihgebern (siehe Online-Katalog) und bei Frau Dr. Riemann für ihren ausgezeichneten Beitrag, der auch uns ganz neue Sichtweisen auf Jean Beck eröffnet hat. Unser ganz besonderer Dank gilt Herrn Klaus Bock, ohne den diese Website nie entstanden wäre und der auch ganz wesentlich zur Gestaltung der Ausstellung beigetragen hat.
Sylvia König und Jürgen Wesche Juni 2010
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